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Testament oder Erbvertrag

Wer dafür sorgen möchte, dass es nach seinem Ableben keinen Streit um sein Erbe gibt, sollte schon zu Lebzeiten entsprechende Maßnahmen treffen. Nicht immer ist dabei ein Testament die beste Wahl.

Testament oder Erbvertrag?

7.9.2015 (verpd) Viele, die ihren Nachlass bereits zu Lebzeiten regeln wollen, verfassen dazu ein Testament. Es gibt jedoch auch Konstellationen, in denen ein Erbvertrag die bessere Wahl ist. Das wäre beispielsweise der Fall, wenn ein unverheiratetes Paar eine gemeinsame Erbregelung wünscht, oder wenn eine getroffene Erbfestlegung nicht einseitig vom Erblasser veränderbar sein soll.

Liegt weder ein Testament noch ein Erbvertrag vor, gilt die gesetzliche Erbfolge. Wer abweichend von der gesetzlichen Erbfolge sein Hab und Gut an eine oder mehrere bestimmte Personen vererben will, muss eine schriftliche Regelung in Form eines Testamentes oder eines Erbvertrages treffen.

Unterschied Testament – Erbvertrag

Die bekannteste Möglichkeit ist das Testament. Damit ein selbst erstelltes Testament rechtsgültig ist, muss es vom Erblasser handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass ein vom Erblasser selbst erstelltes Testament wegen unklarer Formulierungen oder wegen formaler Fehler ungültig ist, und es im Erbfall doch zum Streit kommt. Solche Fehler lassen sich vermeiden, wenn man sich bei der Erstellung des Testaments von einem Notar oder Rechtsanwalt beraten lässt.

Grundsätzlich kann der Erblasser sein Testament jederzeit ändern, ohne die oder den künftigen Erben darüber zu informieren. Wenn dies jedoch nicht gewünscht wird, beispielsweise weil das Kind, das im elterlichen Betrieb mitarbeitet, auch das Unternehmen erben soll, die Sicherheit haben möchte, dass es nach dem Tod beider Elternteile die Firma auf jeden Fall bekommt, hilft ein Erbvertrag weiter.

Denn anders als beim Testament kann bei einem Erbvertrag der Erblasser zu Lebzeiten seine getroffenen Erbregelungen nicht mehr einseitig, und damit nicht ohne Zustimmung des oder der bisherigen Erben, ändern. In nur wenigen Ausnahmefällen, beispielsweise, wenn eine Widerrufs- beziehungsweise Änderungsmöglichkeit vereinbart wurde, ist eine einseitige Änderung eines Erbvertrages möglich. Im Gegensatz zu einem Testament muss ein Erbvertrag jedoch zwingend bei einem Notar aufgesetzt werden.

Nachlassregelung für unverheiratete Paare

Auch für Paare kann ein Erbvertrag sinnvoller sein als ein Testament, denn ein gemeinsames Testament zwischen zwei Lebenspartnern – das sogenannte Berliner Testament – ist nur bei Eheleuten oder bei eingetragenen Lebenspartnern möglich.

Für ein unverheiratetes Paar ist hingegen ein Erbvertrag in der Regel die einzige Möglichkeit, gemeinsam für den Todesfall eine Verfügung zu treffen. In diesem Fall wäre eventuell auch eine Rücktrittsklausel überlegenswert.

Details zum Thema Erben und Vererben stehen in der kostenlos herunterladbaren oder bestellbaren Broschüre „Erben und Vererben – Informationen und Erklärungen zum Erbrecht“ des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.