Schäden an der gemieteten Wohnung

Mieter, die versehentlich einen Schaden an der gemieteten Wohnung anrichten, müssen dafür auch aufkommen. Eine Privathaftpflicht-Versicherung übernimmt solche Schäden, aber nur wenn die Versicherungssumme auch ausreicht.

Schäden an der gemieteten Wohnung

11.8.2014 (verpd) Auch ein Mieter ist nicht unfehlbar. Ein heruntergefallenes Zahnputzglas, das eine Bodenfliese im Bad beschädigt, oder ein umgestoßenes Rotweinglas, das Flecken auf dem verklebten Teppichboden hinterlässt, sind nur einige der sogenannten Mietsachschäden. Solche versehentlich verursachten Schäden kann ein Mieter jedoch über eine Privat-Haftpflichtversicherung absichern. Wichtig dabei ist, das die für diese Schadenart vereinbarte Versicherungssumme auch hoch genug ist, damit der Mieter bei einem hohen Schaden nicht doch noch selbst für einen Teil des Schadens aufkommen muss.

Die Privat-Haftpflichtversicherung ist eine der wichtigsten Policen. Sie deckt nicht nur Schäden ab, die ein Versicherter einem anderen zum Beispiel als Fahrradfahrer versehentlich zufügt, sondern übernimmt in der Regel auch Mietsachschäden eines Mieters. Voraussetzung ist, dass der versicherte Mieter die gemietete Wohnung oder das Haus für seine eigenen Wohnzwecke nutzt.

Von Einbauschrank bis Parkettfußboden

Abgesichert sind in der Regel Schäden an der Bausubstanz oder an fest mit der Wohnung oder dem Haus verbundenen Gegenständen wie Einbauschränken, Fliesen, Waschbecken und Parkettfußboden. Vorsätzlich vom Versicherungsnehmer oder einer mitversicherten Person verursachte Schäden werden jedoch nicht ersetzt. Auch Schäden durch Abnutzung, Verschleiß oder übermäßige Beanspruchung sind normalerweise nicht über die Privathaftpflicht-Police abgedeckt.

Oftmals ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind zudem Beschädigungen des gemieteten, aber nicht fest eingebauten Inventars, wie freistehende Möbel, sowie Glasschäden beispielsweise an Fenster und Türen. Glasschäden lassen sich jedoch durch eine separate oder in der Hausratversicherung eingeschlossene Glasversicherung absichern. Einige Versicherer bieten in der Privathaftpflicht-Versicherung gegen Aufpreis auch zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel die Übernahme der Kosten, die ein Verlust von Schlüsseln einer zentralen Schließanlage mit sich bringt.

Auf den Wert der Immobilie kommt es an

Bei der Privathaftpflicht-Police sollten Mieter insbesondere auf die Höhe der Versicherungssumme für Mietsachschaden achten. Denn oft ist diese erheblich niedriger als für die übrigen versicherten Risiken. Die Deckungssumme für Mietsachschäden sollte jedoch so hoch sein, dass damit auch ein Totalschaden durch Feuer beglichen werden kann.

Je nach Wert der gemieteten Immobilie sollten es mindestens 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, bei Regionen mit besonders hohen Immobilienpreisen wie München oder Hamburg auch das Doppelte oder mehr, sein. Hilfe bei der Ermittlung der richtigen Versicherungssumme gibt es beim Versicherungsfachmann.